Ratschläge für den Alltag mit Demenzkranken

 

Wenn bei einem Angehörigen die Diagnose Demenz gestellt wird, ist die ganze Familie betroffen, denn die Betreuung eines dementen Familienmitglied bedeutet für die Angehörigen eine enorme körperliche und seelische Belastung, die nicht auf Dauer ohne fremde Hilfe bewältigt werden kann. 


Allgemeingültige Rezepte für den Umgang mit Demenzkranken gibt es nicht, aber einige Regeln, die sich in der Praxis bewährt haben.

 

Wertschätzung: Der demente Mensch hat es verdient, genauso geschätzt, geachtet und ernstgenommen zu werden wie ein Mensch im Vollbesitz seiner geistigen Fähigkeiten. Es geht darum, den dementen Menschen in seiner aktuellen Gefühlslage zu akzeptieren - in seiner Verwirrung, seiner Angst, seinem Zorn, seinem Ärger, seiner Hilflosigkeit. Und zwar auch dann, wenn diese Empfindungen nicht direkt nachvollziehbar sind. Für den Dementen haben alle Handlungen und Gefühlsäußerungen ihren Sinn. Manchmal erschließt sich der Sinn aus der Kenntnis der Vergangenheit des Dementen. Wenn es gelingt, wohlwollend und verständnisvoll mit dem Dementen umzugehen, ist der Demente und man selbst entspannter und zufriedener.

 

Allgemeine Ratschläge zum Umgang mit dem Erkrankten:

  • Sprechen Sie in einfachen, kurzen Sätzen.
  • Sprechen Sie langsam, freundlich, deutlich und bestimmt.
  • Lassen Sie dem Dementen Zeit zu reagieren.
  • Seien Sie geduldig, wiederholen Sie wichtige Informationen bei Bedarf.
  • Diskutieren Sie nicht mit dem Dementen, er ist dazu nicht in der Lage.
  • Nehmen Sie Anschuldigungen nicht persönlich, denn sie entspringen der seelischen Not des Dementen. Hören Sie ihm zu und seien Sie mitfühlend.

Die Umwelt dem Kranken anpassen:

  • Behalten Sie eine feste Routine im Tagesverlauf bei.
  • Einfache Regeln und feste Gewohnheiten sind hilfreich.
  • Jede Veränderung (Pflegerwechsel, Umzug) so langsam wie möglich vornehmen.
  • Passen Sie das Umfeld der Erkrankung an, d.h. sichern Sie Gas- und Elektrogeräte, beseitigen Sie Stolperfallen, sorgen Sie für ausreichende Beleuchtung zur Orientierung.
  • Uhr, Kalender etc. helfen, die Orientierung zu erhalten.

Ratschläge zur Pflege:

  • Achten sie darauf, ob der Demente Krankheitszeichen verschleiert.
  • Loben Sie den Dementen für jede Tätigkeit, die er selber verrichtet, z.B. mit Worten, durch Berühren, mit  einem Lächeln.
  • Stärken Sie das Selbstwertgefühl des Erkrankten, animieren Sie in zu Tätigkeiten.
  • Vermeiden Sie Überforderungen durch z.B. Lärm, Gedränge.
  • Bequeme Kleidung, die sich einfach anziehen lässt, ist von Vorteil.
  • Achten Sie auf ausreichende Flüssigkeitszufuhr.
  • Günstig ist leichte körperliche Gymnastik (z.B. tägliches Spazierengehen).

 

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