Marcumar

 

Marcumar (Phenprocoumon) senkt die Gerinnungsfähigkeit des Blutes. Bei bestimmten Krankheiten ist das gewollt. Die Gerinnungsfähigkeit darf aber auch nicht zu sehr gesenkt werden, sonst drohen Blutungen. Deshalb muss die Wirkung des Marcumars häufig kontrolliert werden. Man kontrolliert den so genannten Quick-Wert und das INR im Blut. Beide dürfen nur in einem bestimmten Bereich schwanken.

 

Praktisches Vorgehen: Sie kommen morgens zur Blutabnahme und rufen nachmittags des gleichen Tages in der Praxis an, und fragen nach, wie hoch der Quick-Wert bzw. das INR ist und in welcher Dosis Sie das Marcumar weiter nehmen sollen.

 

Einnahmezeitpunkt des Marcumars: Sie nehmen das Marcumar immer abends ein. So können Sie Änderungen der Marcumar-Dosis schnell umsetzen.

 

Krankheiten, die mit Marcumar therapiert werden: Vorhofflimmern des Herzens, künstlichen Herzklappen oder Thromboseneigung des Blutes erhöhen das Risiko der Bildung von Thrombosen, z.B. in Form eines Schlaganfalls oder einer Lungenembolie.

 

Wirkungsweise des Marcumar: Marcumar wirkt indirekt, indem es Vitamin K in seiner Wirkung hemmt, das zur Blutgerinnung notwendig ist. Aufgrund der speziellen Rolle von Vitamin K bei der Blutgerinnung wirkt Marcumar erst nach 36 bis 48 Stunden. Den verzögerte Wirkeintritt muss man bei der Einleitung der Therapie und  bei Änderungen der Dosis beachten. Was heute geändert wird, wirkt erst übermorgen.

 

Vitamin K als Gegenspieler des Marcumar: Da Marcumar über die Hemmung der gerinnungsfördernden Wirkung von Vitamin K wirkt, ist Vitamin K ein Gegenmittel gegen Marcumar. Vitamin K ist in vielen Nahrungsmitteln vorhanden und wird außerdem von Darmbakterien gebildet. Deshalb schwankt der Vitamin K-Gehalt des  Körpers ständig und damit auch gleichzeitig die Wirkung von Marcumar.

 

Ernährung unter der Einnahme von Marcumar: Man sollte die Menge an Vitamin K in der Nahrung eingermaßen konstant halten. Es ist aber nicht notwendig, Speisen nach deren Vitamin K-Gehalt auszusuchen. Zweckmäßig ist eine normale Mischkost in nicht zu großen Mengen und ohne extreme Bevorzugung oder Vernachlässigung bestimmter Speisen. Nur von plötzlichen Änderungen der üblichen Ernährung ist abzuraten, wie Fastenkuren, Obst- oder Gemüsetage, Mahlzeiten mit großen Mengen an Vitamin K-reichem Sauerkraut. Das Gleiche gilt für größere Mengen an Alkohol und fettreiche Speisen.

 

Medikamente und Marcumar: Viele Medikamente beeinflussen die Wirkung von Marcumar. Jede Änderung des Medikamentenplans muss mit deshalb mit dem Arzt besprochen werden. Dies gilt auch für rezeptfreie Medikamente.

 

Vor Operationen: Vor den meisten Operationen muss Marcumar entweder abgesetzt oder in der Dosis reduziert werden. Bei einigen unblutigen Operationen (z.B. am Auge) oder Operationen mit einfacher Blutstillung z.B. an Zähnen und Kiefer) ist dies aber nicht immer notwendig.

 

Austausch von Marcumar gegen ein anderes, wirkstoffidentisches Medikament: Es gibt weitere Medikamente, die wie Marcumar als Wirkstoff Phenprocoumon enthalten. Wenn Marcumar gegen ein solches Medikament ausgetauscht wird, muss die Dosis angepasst werden.