Borreliose

 

Nicht jeder Zeckenbiss führt zu einer Borreliose. Nur etwa 5-35% der Zecken sind befallen, die ausgewachsenen Zecken im Durchschnitt zu 20%, junge Zecken zu 10% und Larven nur zu etwa 1%. In Deutschland stecken sich durch einem Zeckenbiss etwa 1,5-6% der Gebissenen an, wobei sich daraus nur in einem Viertel der Fälle eine Borreliose entwickelt. 

 

Symptome der Borreliose können an Haut, Nervensystem, Gelenke und Herz auftreten. Haut: Tage bis Wochen nach einem Zeckenbiss (aber nicht sofort danach) entsteht an der Stelle des Zeckenbisses eine scharf abgegrenzte schmerzlose, Rötung, die sich zunehmend ausbreitet (Erythema migrans). In etwa 90% der Fälle ist dies das einzige Symptom der Borreliose. In 2% der Fälle treten bei der Borreliose Wochen bis Monate nach dem Zeckenbiss kleine ungewöhnliche blau-rote Haut-Knötchen auf (Lymphadenosis benigna cutis oder Borrelien-Lymphozytom). Nerven: In 3% der Borreliose kommt es Wochen bis Monate nach dem Zeckenbiss zu einer Nervenbeteiligung: Brennende Schmerzen meist in der Nähe des Zeckenbisses, Muskellähmungen, Gefühlsstörungen der Haut und - bei Erwachsenen selten, bei Kindern häufiger - Hirnhautentzündung (Meningopolyneuritis Garin-Bujadoux-Bannwarth oder Neuro-Borreliose). Herz: In weniger als 1% der Borreliose wird Wochen bis Monate nach dem Zeckenbiss das Herz betroffen - es entwickelt sich ein unregelmäßiger Herzschlag oder eine Herzschwäche.

 

Spätsymptome der Borreliose treten Monate bis Jahre nach dem Zeckenbiss auf. Gelenke: In etwa 5% der Borreliose treten schubweise oder chronisch verlaufende Entzündungen einzelner meist großer, seltener kleiner Gelenke auf (Lyme-Arthritis). Haut: In 1% der Borreliose bilden sich an Händen, Füßen, Armen oder Beinen bläuliche Hautstellen, die zigarettenpapierdünn wirken (Acrodermatitis chronica atrophicans Herxheimer). Nerven: Noch sehr viel seltener tritt als Spätsymptom eine Hirn- und Rückenmarksentzündung mit Lähmungen auf. 

 

Post-Lyme-Disease-Syndrome: Häufig werden chronische unspezifische Beschwerden, die nicht den oben genannten Erscheinungsformen der Borreliose entsprechen, trotzdem als Borrelien-Krankheit interpretiert, wenn Antikörper gegen Borrelien im Blut nachweisbar sind. Dies ist (entgegen vieler anderslautender Informationen besonders im Internet) nicht gerechtfertigt, denn Antikörper gegen Borrelien sind auch bei nachgewiesen gesunden Menschen weit verbreitet. Zu diesem Thema existieren gründliche Untersuchungen, vgl. die Leitlinie zur Neuroborreliose der Deutschen Gesellschaft für Neurologie, siehe Link in der rechten Spalte.

 

Untersuchungen auf Borreliose: Bei entsprechenden Beschwerden einer Borreliose wird das Blut und ggf. das Rückenmarkswasser auf Borrelien-Antikörper untersucht, wobei zu beachten ist, dass Antikörper auch ohne Borrelien-Infektion und nach ausgeheilter Borrelien-Erkrankung nachweisbar sein können. Positive Antikörper allein sprechen nicht für eine behandlungsbedürftige Borreilose.

 

Therapie der Borreliose: Antibiotika. Im Gegensatz zu anderslautenden Aussagen sind Antibiotika in den meisten Fällen gut wirksam.