Gicht

 

Die Gicht entsteht durch Harnsäure, einem Abbauprodukt der Purine, das sind Bausteine der Chromosome im Zellkern. Wenn zu viel Harnsäure gebildet wird, bilden sich Harnsäurekristalle in Gelenken, Schleimbeuteln, Knochen, Haut und Niere. Die Ursache ist meist erblich bedingt. Falsche Ernährung und Übergewicht erhöhen die Harnsäure zusätzlich. Von der Gicht werden fast nur Männer betroffen.

 

Gelenkbefall: Aus völliger Beschwerdelosigkeit entwickelt sich innerhalb weniger Stunden eine hochakute stark schmerzende Gelenkentzündung. Meist ist nur ein Gelenk betroffen, am häufigsten das Grundgelenk der Großzehe, aber auch andere Gelenke an Beinen oder Armen. Die Entzündung dauert unbehandelt einige Stunden bis Tage und klingt dann wieder vollständig ab. Auslöser ist meist eine plötzliche Änderung des Stoffwechselmilieus des Körpers, z.B. nach einem üppigen Essen oder reichlich Alkoholgenuss.

 

Andere Organe: Bei lange anhaltender Erhöhung lagert sich die Harnsäure auch als sogenannten Gicht-Tophi in Haut und Schleimbeuteln ab. Diese Tophi können geschwürig aufbrechen. Die erhöhte Harnsäure kann auch Nierensteine bilden und so zu Nierenkoliken führen. 

 

Therapie des Gichtanfalls: Der akute Gichtanfall wird in der Regel mit entzündungshemmenden Medikamenten behandelt, bei starkem Befall auch kombiniert mit Kortison.

 

Therapie der erhöhten Harnsäure: Auslöser der Gicht ist die erhöhte Harnsäure. Wenn man die Harnsäure senkt, werden Gichtanfälle seltener. Gelingt es, den Harnsäurespiegel dauerhaft unter die Grenze zu senken, ab der die Harnsäure auskristallisiert (6mg/100ml), treten keine Gichtanfälle mehr auf.

 

Hierfür gibt es Medikamente, die die Produktion der Harnsäure senken und andere, die deren Ausscheidung über die Niere beschleunigen. Wichtig zu wissen: Diese Medikamente senken zwar den Harnsäurspiegel im Körper, können aber den akuten Gichtanfall nicht stoppen.

 

Gleichzeitig sollte die Ernährung umgestellt werden.

  • Gewichtsabnahme. Allein dadurch kann es gelingen, die Harnsäure ausreichend zu senken. 
  • Üppige Mahlzeiten meiden und reichlich Alkohol meiden. Sie können Gichtanfälle auslösen.
  • Maximal einmal am Tag 150g Fleisch, Fisch oder Wurst (purinreich).
  • Auf Innereien verzichten (sehr purinreich).
  • Purinreiche pflanzliche Lebensmittel meiden, z.B. Hülsenfrüchte, Kohl, Rosenkohl, Linsen, Erbsen, weiße Bohnen etc.

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