Trinkmenge

 

 

Der Mensch besteht zu mehr als der Hälfte aus Wasser: 50 bis 60 % sind das bei Erwachsenen, über 70 % bei Säuglingen.

 

Wassermangel

Wenn jemand weniger trinkt als er an Wasser ausscheidet bzw. verbraucht, empfindet er ab einem Wasserverlust von etwa 0,5 % seines Körpergewichtes Durst. Ab Verlusten von 2 % verschlechtert sich die geistige und körperliche Leistungsfähigkeit. Ab einem Wasserverlust von 3 % kommt es zu starkem Durst, Mundtrockenheit, Kopfschmerzen, Müdigkeit und Verstopfung. Schreitet der Wassermangel noch weiter fort, steigt die Körpertemperatur und es drohen ernsthafte Folgen wie Verwirrtheit oder Schlaganfall. Ab 20 % versagen Nieren und Kreislauf.

 

Die Wasserbilanz des Körpers:

Die Wasseraufnahme erfolgt über Getränke und feste Lebensmittel, die je nach Art unterschiedlich viel Wasser enthalten. Außerdem entsteht etwas Wasser bei der Verarbeitung der Nahrung im Körper. Die Wasserabgabe erfolgt hauptsächlich über den Urin, außerdem über den Stuhl, die Haut und die Lunge.

 

Die Wasserbilanz eines Erwachsenen (Milliliter/Tag)

Wasseraufnahme

 

 Wasserabgabe

 

Getränke

1.440

Urin

1.440

Wasser in fester Nahrung

875

Stuhl

160

Oxidationswasser

335

Haut

550

 

 

Lunge

500

Gesamtaufnahme

2650

Gesamtabgabe

2650

 

Wieviel soll man trinken?

Der Wasserbedarf orientiert sich an der täglichen Energiezufuhr. Man rechnet bei Erwachsenen mit 1 ml und bei Säuglingen mit 1,5 ml pro Kilokalorie. Im Schnitt sollte ein Erwachsener also mindestens 1,3 bis 1,5 Liter pro Tag trinken. Diese Empfehlungen gelten jedoch nur bei einer aus-

reichenden Energiezufuhr und durchschnittlichen Lebensbedingungen. Der Wasserbedarf steigt z.B. durch Wärme und bei Muskelarbeit, denn Muskeln produzieren Wärme. Um nicht zu überhitzen schwitzt der Mensch und kühlt die Haut durch die dadurch entstehende Verdunstungskälte. Aber auch eine eiweiß- oder salzreiche Ernährung, Diäten und Erkrankungen lassen den Flüssigkeitsbedarf schnell ansteigen.

Nicht immer kann man sich auf den Durst verlassen. Das gilt vor allem für Kinder und ältere Menschen. Und auch unter Stress oder bei konzentriertem Arbeiten wird das Durstempfinden oft unterdrückt.

 

Richtwerte für die Zufuhr von Wasser

Alter

Wasser in Getränken

(ml pro Tag)

Wasser in fester Nahrung

(ml pro Tag)

0 bis unter 4 Monate

620

-

4 bis unter 12 Monate

400

500

1 bis unter 4 Jahre

820

350

4 bis unter 7 Jahre

940

480

7 bis unter 10 Jahre

970

600

10 bis unter 13 Jahre

1.170

710

13 bis unter 15 Jahre

1.330

810

15 bis unter 19 Jahre

1.530

920

19 bis unter 25 Jahre

1.470

890

25 bis unter 51 Jahre

1.410

860

51 bis unter 65 Jahre

1.230

740

65 Jahre und älter

1.310

680

Schwangere

1.470

890

Stillende

1.710

1.000

 

Ältere Menschen verspüren oft nur selten Durst. Viele ältere Menschen trinken auch deshalb wenig, weil sie häufig Harndrang verspüren. Manche leben auch noch nach der überholten Regel, man dürfe zum Essen nichts trinken. Dabei brauchen gerade alte Menschen viel Flüssigkeit.

 

Wenn man krank ist oder eine Diät einhält, isst man weniger. Damit fällt sowohl das Wasser aus Lebensmitteln weg als auch das bei der Verdauung anfallende Oxidationswasser. Deshalb muss man mehr trinken. Auch Fieber, starkes Schwitzen, Erbrechen und Durchfall steigern den Flüssigkeitsbedarf.

 

Säuglinge haben eine verhältnismäßig große Körperoberfläche und ihre Nieren funktionieren noch nicht perfekt. Daher brauchen sie im Verhältnis mehr

Flüssigkeit als Erwachsene. Sie sind besonders anfällig für eine Austrocknung, zum Beispiel bei anhaltendem Durchfall.

 

Kinder benötigen ebenfalls im Verhältnis mehr Getränke als Erwachsene, besonders beim Sport und an heißen Tagen. Viele Kleinkinder trinken aber zu wenig, sie empfinden den Durst noch nicht so stark oder vergessen das Trinken einfach. Schulkinder haben heute immer längere Schultage. Ideal ist, wenn sie nicht nur in den Pausen trinken dürfen, sondern auch während des Unterrichts. Damit sinkt die Gefahr, dass Leistungsfähigkeit und Konzentrationsvermögen nachlassen.

 

Sportler müssen ihre Flüssigkeitsverluste gut ausgleichen, damit ihre Leistungskraft nicht nachlässt. Bei einem mäßigen Training von bis zu einer Stunde reicht es aus, nach dem Sport zu trinken. Bei intensivem Sport und hoher Umgebungstemperatur können jedoch im Extremfall mehrere Liter Wasser am Tag verloren gehen. Hier muss vor, während und nach der Anstrengung gezielt für Nachschub gesorgt werden. So gilt zum Beispiel für Marathonläufer eine Trinkmenge von 0,2 bis 0,25 Liter alle 15 Minuten als ideal.

 

Zu viel des Guten?

Da Wasser für den Körper so wichtig ist, wird oft der Umkehrschluss „viel hilft viel" gezogen. Manche Menschen trinken 3-4 Liter pro Tag. Es gibt keine wissenschaftlichen Beweise dafür, dass das sinnvoll ist. Grundsätzlich ist Wasser jedoch auch in großen Mengen nicht „giftig". Da die Nieren

außerordentlich leistungsfähig sind, schaden gesunden Menschen selbst mehrere Liter über den Tag verteilt nicht. Wird jedoch zu schnell zu

viel Wasser getrunken, werden die Körperflüssigkeiten verdünnt und es kann zu gefährlichen Verschiebungen im Elektrolythaushalt kommen.

Aufpassen müssen außerdem Menschen mit starker Herzschwäche oder Nierenerkrankungen. In diesen Fällen kann es notwendig sein, die Flüssigkeitszufuhr in Absprache mit dem Arzt zu begrenzen.

 

Quelle: Wasser, eine Broschüre herausgegeben vom aid infodienst, www.aid.de