Kompressionstherapie der Beine

 

Eine Möglichkeit der Behandlung von Beinödemen ist die Kompressionstherapie. Durch Kompressionsstrümpfe oder einen Kompressionsverband wird von außen Druck auf das Bein ausgeübt, damit sich kein Wasser in den Beinen ansammelt. Das funktioniert nur dann, wenn der Druck von außen größer ist als der Wasserdruck im Bein. Strümpfe oder Verband müssen also ausreichend fest sein.

 

Kompressionsstrümpfe tragen sich angenehmer als ein Kompressionsverband. Der Druck ist gleichmäßiger und gut angepasst rutschen sie nicht. Man kann aber nicht gleich Kompressionsstrümpfe tragen, denn mit Kompressionsstrümpfen können Sie nur verhindern, dass die Beine anschwellen. Abschwellen können Sie sie damit nicht. Bevor sie angepasst werden können, müssen die Beine also erstmal dünn werden.

 

Dünn bekommen Sie die Beine nur durch Wickeln. Wenn ausreichend fest gewickelt wird, dauert es nur wenige Wochen, bis die Beine so dünn sind, dass Kompressionsstrümpfe angepasst werden können. Morgens direkt nach dem Aufstehen wird gewickelt. Abends können die Binden abgenommen werden. Tagsüber kann kein Wasser in die Beine fließen. Nachts im Bett verteilt sich das Wasser in den Körper um und wird über die Niere in die Blase ausgeschieden, wahrscheinlich bekommen Sie nachts Harndrang. Am nächsten Tag sind die Beine etwas dünner als am Morgen zuvor. Das geht von Tag zu Tag weiter, bis die Beine ganz dünn sind.

 

Voraussetzung, dass das funktioniert ist wie gesagt eine gute und feste Wickeltechnik und dass die Beine ab dem Aufstehen am Morgen bis zum Zubettgehen am Abend gewickelt sind. Lösen sich die Beinden am Tage, muss nachgewickelt werden.

 

Sie können sich die Beine von Angehörigen wickeln lassen, oder von einem Pflegedienst. Es ist aber darauf zu achten, dass der Pflegedienst bereits zur Aufstehzeit kommt und nicht erst im Laufe des Vormittags. Abends abwickeln können Sie die Binden selbst.

 

Die Venenkompressionsstrümpfe müssen früh morgens angepasst werden, wenn die Beine noch dünn sind. Sind sie geliefert, müssen sie früh morgens direkt nach dem Aufstehen angezogen und erst kurz vor dem zu Bett gehen ausgezogen werden. Es ist sinnvoll, sich hierbei von Angehörigen helfen zu lassen oder Anzieh- und Ausziehhilfen zu nützen, die wir Ärzte Ihnen gerne verschreiben. Die Pflegedienste können Ihnen in der Regel nicht helfen, denn aus Zeitgründen sind sie kaum in der Lage, genau dann bei Ihnen zu erscheinen, wenn Sie aufstehen und ins Bett gehen.