Schilddrüsenerkrankungen

 

Die Schilddrüse sitzt am vorderen Hals unter dem Kehlkopf, wiegt 20-30g und besteht aus zwei Lappen, die durch eine schmale Brücke verbunden sind. Die Schilddrüse produziert Schilddrüsenhormon, das regulierend in den körpereigenen Stoffwechsel eingreift. Ein wichtiger Bestandteil des Schilddrüsenhormons ist Jod, das über die Nahrung zugeführt werden muss.

 

Veränderungen der Schilddrüse:

  • Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose, es wird zu viel Schilddrüsenhormon gebildet)
  • Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose, es wird zu wenig Schilddrüsenhormon gebildet)
  • Schilddrüsenvergrößerung (Struma, Kropf)
  • Schilddrüsenentzündungen (Thyreoiditis)
  • Schilddrüsenknoten (sehr häufig, hat jeder dritte über 35-Jährige, sehr selten bösartig)
  • Schilddrüsenzysten (flüssigkeitsgefüllte Hohlräume)

Diese Veränderungen können einzeln oder kombiniert vorliegen und werden speziellen Schilddrüsenerkrankungen zugeordnet.

 

Zu viel Schilddrüsenhormon stimuliert die inneren Organe im Übermaß. Symptome können u.a. Unruhe, schneller Puls, Schwitzen oder Gewichtsabnahme sein. Ursache ist z.B. ein Schilddrüsenknoten, der losgelöst von der körpereigenen Regulation zu viel Schilddrüsenhormone produziert (autonomes Adenom) oder ein Morbus Basedow, bei dem spezielle körpereigene Antikörper gebildet werden, die von der Schilddrüse mit dem schilddrüsenstimulierenden Hormon TSH verwechselt werden. Zu wenig Schilddrüsenhormon kann u.a. zu Müdigkeit und Schwäche, Gewichtszunahme, langsamem Puls und trockener Haut führen. Eine vergrößerte Schilddrüse kann die Nachbarstrukturen mechanisch stören und am Hals drücken. Schilddrüsenentzündungen können schmerzen und führen am Anfang oft zu einer Schilddrüsenüberfunktion, später zu einer Unterfunktion (z.B. Hashimoto-Thyreoiditis). Meist werden sie von körpereigenen Antikörpern verursacht, die die Schilddüse irrtümlich als fremd erkennen. Von den sehr häufig vorkommenden  Schilddrüsenknoten merkt man in der Regel nichts. Sie sind in den allermeisten Fällen gutartig und entstehen oft durch eine dauerhafte oder vorübergehende Jod-Mangelversorgung, manchmal aber auch durch Schilddrüsengewebe, das angefangen hat, bedarfsunabhängig zu viel Schilddrüsenhormon zu produzieren. Schilddrüsenzysten sind harmlose flüssigkeitsgefüllte Hohlräume, die sich meist in vergrößerten Schilddrüsen bilden und von denen man in der Regel ebenfalls nichts merkt.

 

Untersucht wird die Schilddrüse durch Tasten und mittels Ultraschall. Die Schilddrüsenhormon-Konzentration wird im Blut getestet. Man testet das TSH, das ist das Hormon, das die Schilddrüsenhormonausschüttung reguliert und die Schilddrüsenhormone T3 und T4 selbst. Gesucht wird auch nach weiteren Blutparametern, die speziellen Schilddrüsenerkrankungen zugeordnet werden können. Gelegentlich ist es notwendig, als weitergehende Untersuchung beim Röntgenfacharzt eine Schilddrüsenszintigraphie durchführen zu lassen. Dabei wird schwach radioaktives Technetium ins Blut gespritzt, das den Körper innerhalb weniger Stunden wieder verlässt. Das Jod reichert sich vorübergehend in der Schilddrüse an. Das Anreicherungsmuster wird aufgezeichnet und gibt Auskunft darüber, welche Teile der Schilddrüse Hormon produzieren und welche nicht. Mit einer Schilddrüsenpunktion kann man z.B. ausschließen, dass ein untypischer Knoten bösartig ist. 

 

Therapie: Eine Schilddrüsenüberfunktion wird durch Medikamente behandelt, die die Schilddrüsenhormonbildung bremsen, oder durch Verkleinerung des hormonaktiven Schilddrüsengewebes mittels Operation oder durch Spritzen von radioaktivem Jod, das sich ausschließlich in der Schilddrüse anreichert, dort etwas länger verbleibt und das Schilddrüsengewebe zerstört. Eine Schilddrüsenunterfunktion wird durch Gabe von Schilddrüsenhormon in Tablettenform behandelt. Eine vergrößerte Schilddrüse wird dann operiert, wenn sie mechanisch stört. Ansonsten hemmt man deren weiteres Wachstum, indem man sie durch Gabe von Jod und Schilddrüsenhormon entlastet. Auf dieselbe Weise behandelt man Schilddrüsenknoten.  Eine Schilddrüsenentzündung behandelt man entzündungshemmend, solange sie aktiv ist. Den Inhalt von Schilddrüsenzysten kann man abpunktieren, wenn sie mechanisch stören, was aber nur selten der Fall ist. Bei Schilddrüsenkarzinom wird in der Regel die ganze Schilddrüse entfernt und je nach Art und Ausbreitung des Karzinoms wird eine Bestrahlung und Chemotherapie angeschlossen. 

 

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